Portraitfotografie einfach(er) gemacht

Mit den richtigen Tricks ist Portraitfotografie keine Zauberei. Dazu wird auch nicht zwangsweise teures Equipment benötigt, und auch ein Fotostudio als Location ist überflüssig. Wie auch du das perfekte Portraitfoto schießen kannst, erfährst du im Folgenden:

Location

Die schönsten, interessantesten und natürlichsten „Studios“ befinden sich draußen auf der Straße, in der Natur, in Häusern und Hinterhöfen. Ganz unterschiedlich welche Art von Portraitfoto dir vorschwebt, kannst du alte Mauern als eher eintönig gedeckten Hintergrund, bunte Graffiti-Wände oder eine grüne Parkanlage nutzen. Grenzen sind hier keine gesetzt.

Equipment und Models

Teures Equipment ist nicht unbedingt notwendig, um gute Portraitbilder zu schießen. In der Regel reicht eine gute Kamera, beispielsweise eine Spiegelreflexkamera, und ein gutes lichtstarkes Objektiv (d.h. große Blende mit kleinem Blendenwert für mehr Licht, das in das Objektiv einfällt) mit Festbrennweite oder langer Brennweite, wie etwa  das 35er Festbrennweite von Sigma, die die Proportionen unverfälscht wiedergeben. Auch der Einsatz eines Faltreflektors, am besten mit silberner Folie für eine gleichmäßige Ausleuchtung, kann nicht schaden: durch die optimale Nutzung des natürlichen Lichts kann das Gesicht des Models richtig ausgeleuchtet werden, Augenringe und Schatten verschwinden.

Als Model kann prinzipiell jede Freundin und jeder Freund herhalten, die Lust auf Fotografie haben. Portraitfotos müssen nicht immer perfekte Gesichter abbilden, im Gegenteil: gerade außergewöhnliche Gesichter machen ein Portraitfoto ausdrucksstark und interessant. Vorher sollte überlegt werden, ob ich beispielsweise eher lebensfrohe farbige Portraitfotos oder eher nachdenklich ernste Bilder machen will. Soll das Foto für Facebook oder die Karriereplattform XING verwendet werden, soll es ein schönes Andenken und Geschenk für die Eltern sein oder direkt auf die Bewerbung kommen? Diese Fragen sollten Fotograf und Model vorher besprechen. Ganz wichtig: auch während des Shootings immer wieder mit dem Model sprechen, die Bilder zeigen, nach eigenen Ideen und Vorlieben fragen und für eine natürliche, entspannte Stimmung am „Set“ sorgen.

Wie Portraitfotos geschossen werden – Technik und Tipps

Besonders schön und eindrucksvoll wirken Portraitfotos, wenn das Gesicht des Models komplett im Fokus der Kamera steht und der Hintergrund eher unscharf eingestellt wird. Dies wird unter anderem dadurch erreicht, dass das Model nie direkt vor einem Hintergrund, beispielsweise einer Wand oder Mauer steht, sondern immer mit Abstand. Dies sorgt auch für eine gewisse Tiefe im Bild.

Beim Fokussieren des Gesichts sollte auch besonders auf die Schärfe der Augen geachtet werden, da diese beim Betrachter später doch meist am stärksten Beachtung finden. Mit der Einstellung Spottmessung kann dafür gesorgt werden, dass die Kamera wirklich nur mein Model richtig belichtet, und nicht unnötigerweise noch den kompletten Hintergrund ausleuchtet.

Und ganz wichtig: bist du dir nicht ganz sicher, welche Perspektive, welche Einstellung und Hintergrund für das Model am besten passt, einfach ausprobieren und testen. Jede Kamera lässt sich etwas anders bedienen und hat ihre eigenen Regeln. Je mehr fotografiert und ausprobiert wird, desto eher ist am Ende das perfekte Portraitfoto dabei.

Wie bekomme ich Models

Egal ob für Portraitfotos, die eigene Modekollektion oder einem außergewöhnlichen kreativen Fotoshooting: ohne ein Model steht ein Fotograf häufig ratlos dar. Dabei können Models auf viele verschiedene Arten und auch ganz unkonventionell gefunden werden. Ideen wie du das perfekte Model für dein nächstes Fotoshooting findest, zeigen wir im Folgenden.

Methoden ein Model zu finden

Den Kontakt zu Models herzustellen ist heutzutage prinzipiell auf viele verschiedene Wege möglich. Die einfachsten und beliebtesten Wege Kontakt zu potentiellen Fotomodels aufzunehmen sind:

  • Model-Portale im Internet
  • Bekannte und Freunde fragen
  • Unbekannte interessante Menschen auf der Straße, in Bars, etc. ansprechen
  • Zeitungs-Annonce erstellen: Suche Foto-Model, etc.

Model-Portale im Internet (z.B. Model-Kartei) haben den Vorteil, dass alles sehr professionell vorgeht und weisen eine große Vielfalt an unterschiedlichen Model-Typen auf. Die Models haben oft schon etwas Erfahrung, haben Fotomappen dabei und wissen was sie zu erwarten hat, wie sie sich am besten zeigen und wie ein Fotoshooting abläuft. Auch Visagisten und Fotobearbeiter können hier gefunden werden.

Für die ersten Fotoshootings und Einsteiger-Fotografen bietet es sich auch erst einmal an, im Bekannten- und Freundeskreis nach Model-Interessenten zu fragen. Großer Vorteil hier ist, dass du als Fotograf dein Model schon kennst, den Charakter des Models als Stärke auf den Bildern darstellen kannst und der Umgang etwas entspannter ist. Nachteil ist möglicherweise die fehlende Erfahrung des Models, was aber nicht unbedingt der Fall sein muss.

Die wohl unkonventionellste Methode ist, auf der Straße Passanten anzusprechen, die auf den ersten Blick interessant und für dein Fotoshooting passend erscheinen. Dieser Weg bietet wohl die größte Vielfalt an unterschiedlichen potentiellen Models, birgt aber die Gefahr von vielen Absagen und ist möglicherweise etwas zeitaufwendig. Etwas einfacher ist es, eine Annonce zu schalten, in der du direkt reinschreiben kannst, welchen Typ du für was und für wann suchst, und einfach auf Rückmeldungen zu warten.

Was bietet der Fotograf den Models

Werden Models über eine offizielle Model-Agentur oder Kartei gesucht und gefunden, verlangen diese in der Regel entsprechendes Honorar für das Fotoshooting. Werden Models im Bekanntenkreis oder auf der Straße angesprochen, ist vielen Models für die ersten Shootings die Anfertigung schöner Bilder von sich oft ausreichend und für Fotografen wesentlich günstiger. Wichtig ist, die Bild- und Nutzungsrechte immer vertraglich zu regeln.

Fazit: Modelsuche

Egal für welchen Weg du dich entscheidest, in der Regel ist es kein Problem das passende Model für seine Zwecke zu finden, solange auch einmal unkonventionell gedacht wird und du offen auf die Menschen zugehst. Und: in der Not kann immer noch die Freundin oder der Freund einspringen; die Ergebnisse überraschen dich am Ende vielleicht!

Euer Tobi von den Augsburger Fotografen

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