Die Kunst des Sehens

Mit meiner folgenden Rezension zum Buch die Kunst des Sehens von Manfred Kriegelstein möchte ich einen kleinen Einblick in die Inhalte des Buches werfen und meinen persönlichen Eindruck davon schildern.

Insgesamt halte ich das Buch für eine Zielgruppe eines fortgeschrittenen Fotografen geeignet. Natürlich werden auch ambitionierte Anfänger ihre Inhalte finden, jedoch richten sich die Fotos und Inhalte eher an einen reflektierten und Technik sicheren Fotografen. Wer technisches Basiswissen oder ausführliche Erklärungen zu Grundlagen sucht, ist mit diesem Buch vermutlich falsch beraten. Wer sich jedoch tiefer mit komplexer Komposition, Wirkungsmechanismen und persönlicher Weiterentwicklung auseinandersetzen will, dem kann ich das Buch nur anraten. Als persönliche Anmerkung möchte ich als Basis Lektüre das Buch: „Der abstrakte Blick“ von Thorsten Andreas Hoffmann im dpunkt.verlag empfehlen. Dieses lehrt eine ausführliche und umfassende Schule zur Komposition und Abstraktion, welche sehr hilfreich beim Lesen dieses Buches für mich war.

Insgesamt mischt „Die Kunst des Sehens“ weniger Text mit vielen Fotos, die für sich alleine stehend mit einer kurzen Beschreibung wirken dürfen. Das Lernen am Bild selbst steht hier meiner Meinung nach im Vordergrund. Dieses Konzept muss man mögen, ich denke jedoch es ist der beste Weg als fortgeschrittener Fotograf Fotografie verstehen zu lernen und das erlernte Wissen anzuwenden. Dazu kommen dann inhaltlich verbunden ausführliche Gedanken und Lehrinhalte zu den behandelten Aspekten der Fotos. Die Fotografie von Herrn Kriegelstein ist auf einem sehr guten bis ausgezeichnetem Niveau und lädt oft zum Staunen und Verweilen ein. Viele Fotos überzeugen in ihrer ausgezeichneten Machart und Wirkung, dass sie im Gedächtnis bleiben. Inhaltlich werden Fotografien präsentiert, vom abstrakten Farbspiel über Straßenszenen bis hin zum inszenierten Porträt – so findet jeder Fotograf sein eigenes Genre und weit darüber hinaus genug Material. Was ich persönlich etwas schade fand, waren die teils stark übertrieben bearbeiteten HDR Fotos, die im Vergleich anderen kleinen Meisterwerken aus dem Buch deplatziert wirkten. Dies mag persönlicher Geschmack sein, dem Lernfortschritt tat diese stilistische Entgleisung jedoch keinerlei Abbruch und gehört vermutlich einfach zur Kategorie persönlicher Geschmack oder Akzentuierung bestimmter Wirkmechanismen der Fotografien.

Was bleibt ist ein faszinierendes Buch, welches tief gehende Entwicklungsmöglichkeiten und Inhalte bietet, viel Spielraum zur Reflexion lässt und immer wieder mal aus dem Bücherregal genommen werden wird, um einfach nur bei einem guten Glas Wein bestaunt zu werden.

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LG Robert Hagstotz

 

 

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